Der Ursprung

Tradition

Kultur der Walser

In Gressoney und Issime herrscht eine rege Tätigkeit des Kultuzentrums. Die verschiedenen Aspekte werden gepflegt, gefördert und zum Teil auch wiederbelebt. Dazu gehört das Liedgut, welches ein Bindeglied der Walser Vorfahren ist und auch heute noch z.B. an Weihnachten in einem deutschsprachigen Singspiel gesungen wird. Vielfach wurden die Lieder aus der Schweiz und Deutschland von Auswanderern mitgebracht. Wer sich dafür interessiert, findet viel Wissenswertes im Buch “Liederbuch” von Gressoney und Issime. Das Musizieren ist ebenfalls in einem alten Brauch zu Sylvester wiederzufinden. Noch heute ziehen in Gressoney St. Jean Musikanten am Sylvesterabend durch das Dorf von Familie zu Familie. Die alten Walser führten abgeschlossen, meist hoch in den Alpenregionen, schweizerdeutsch redend ein bäuerliches Dasein. Die Selbstversorgung und ein nach Unabhänigkeit strebender Charakterzug führten dazu, dass sich die Sprache kaum mit derjenigen der Umgebung mischte. So sprechen auch in Gressoney die Menschen noch “titsch”. Leider sind es immer weniger, die modernen Medien und der Tourismus tragen hier ihren Teil dazu bei. Doch wer sich die Mühe nimmt vor allem mit den alten Leuten zu sprechen, sieht sich unvermittelt in eine alte Sprachzeit und fast ins Wallis versetzt. Hier ist ebenfalls das Wissen über den Einfluss des Mondes noch vorhanden und mancher russt den Ofen an den dafür vorgesehenen Mondtagen. Auch für die Sprache setzen sich jedoch zunehmend wieder Interessierte ein und so bleibt die Hoffnung, dass sie nicht ganz vergessen geht. So gibt es auch über die Sprache der Walser Literatur, z.B. das hübsche Buch “'Ech lere titsch”. Das Essen, die Essgewohnheiten und die zu den jeweiligen Festtagen gehörenden Süssigkeiten sind in den Familien noch anzutreffen und vor einiger Zeit in einer Sammlung festgehalten worden. Heute dominiert in den Restaurants jedoch die italienische Küche und sie wird sozusagen von der traditionellen nur noch ergänzt. In vorbildlicher Weise hat auch hier das Walserkulturzentrum einen grossen Beitrag mit zwei Büchern geleistet, die sehr schön und interessant beschreiben, wie einst gekocht und gegessen wurde und wie das Essen im Rhythmus der Jahreszeiten und Festtage seinen Platz hat. Ich empfehle es gerne weiter, hier erfährt der Leser anschaulich das Wissen alter Zeiten, ja auch über den Einfluss des Mondes und erst noch schmackhafte Rezepte sowie die Anleitung wie man z.B. ein Schwein schlachtet, man weiss ja nie…… Die schönen Trachten mit den besonders hübschen Hauben sind an hohen Feiertagen oder an Hochzeiten zu sehen, es ist ein spezielles Erlebnis, welches hie und da erfahren werden kann. Ich hoffe Sie neugierig gemacht zu haben und ermuntere Sie, mit den Walsern im Gressoneytal in Kontakt zu treten. Vielleicht trägt dieses Interesse ja wieder dazu bei, dass die Kultur der Walser noch lange weiter gepflegt wird und eine Überlebenschance hat. Janine Biolley

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